<<Back
Donnerstag, 19. Juli 2001
 

Ich werde NIE WIEDER behaupten, der Wind in Tarifa wäre böig!!!!! Nachdem es mich jetzt zwei Tage lang mit 3,5 und 4,1qm-Segeln vom Brett gefegt hat, freue ich mich echt wieder auf den Lago mit seinen humanen 4-6 Beaufort!!! Aber die Spots hier sind ein Traum!!! Riesige Buchten, wenig Leute und die auch noch alle supernett!!

Gestern mittag habe ich Rashid Roussafi (der marokkanische Olympiateilnehmer - ein supernetter, korrekter Typ - ich hatte seine E-Mail Adresse von einem Freund bekommen und er hatte mir ein paar Tips im Voraus gegeben) am Océan Vagabond getroffen und ein Freund von ihm , Stefano (ca. Ende 30, Manager für Nestlé in Malta) nahm mich unter seine Fittiche und schleppte mich gleich an meinem ersten Tag nach Moulay Bezerqtoune, das in etwa so heftig ist wie Canos de Meca bei Tarifa, nur noch felsiger!!
Man hat einen ca. 10 Meter breiten Einstieg über die scharfkantigen und rutschigen Felsen, muß aber selbst da noch aufpassen, weil man im Wasser permanent in irgendwelche Felslöcher plumpst oder sich tierisch die Zehen an den scharfen Kanten aufratscht. War echt lustig, um mich herum lauter kleine Franzosen fett am Fluchen ("putain de merde" etcetera), aber ich kam erstaunlicherweise gut raus und kam draußen mit 4,1 qm auch super zurecht - das erste Mal in ca. 2 Meter Welle!! War schon irre!!!
Moulay Bezerqtoune am Abend
Moulay hat zwei vorgelagerte Riffs, deren saubere Wellen man prima frontside abreiten kann...ich hatte da allerdings noch nicht so ganz den Überblick und habe lieber den Pros den Vortritt gelassen. Naja, kommt vielleicht noch!! Immerhin schaffte ich es nach eineinhalb Stunden "Springen-und-mich-auf-die-Nase-legens" trotz stärker werdenden Windes, den Ausstieg wieder zu erwischen und ohne Materialschäden wieder an Land zu kommen. Für den ersten Tag war das schon ganz okay!

Netterweise schleppte mich Stefano (nach einem heißen Minztee in der einzigen Strandbar hoch oben auf einem Felsen, von der man einen irren Blick über die ganze Bucht plus Sonnenuntergang hat) zum Abendessen zu sich nach Hause.
Dort traf ich neben Rashid noch ca. fünf Franzosen und drei Marokkaner an (die mehr oder weniger alle in dem riesigen Haus eines reichen Freundes wohnen) und bekam einen Haufen Fleisch, Brot und Joints vorgesetzt - wobei ich letzteres natürlich ablehnte! War echt ein netter erster Tag!!!

Mustafa, Stephane, Asri, Momo, Christoph, Yves, Stefano
Heute war ich nur kurz draußen, meine Segel waren einfach zu groß (9 Bft!!!), dafür habe ich versucht, endlich Rob eine E-Mail zu schreiben, was in Marokko aber auch nicht ganz so einfach ist (alle Internet-Leitungen der Stadt waren lahmgelegt...) und entdeckte danach die Kostbarkeiten der Medina Essaouiras (Wessi - ich werde mich hier praktisch totkaufen!!!!).
Unter anderem zahlreiche Pâtisseries, die in zehn Tagen sicher für einige Kilos mehr auf meinen Rippen verantwortlich sein werden. Die Marokkaner sind wahre Meister der Zuckerbäckerei, was man am besten an den Frauen des Landes erkennen kann! Meine momentanen Favoriten sind "Cornes de Gazelles" ;-)

Heute abend habe ich für die Jungs Spaghetti gekocht und es war ein echt netter Abend. Echt irre, wie schnell man bei den Surfern als Mädel Anschluß findet. Alle wissen, daß ich einen Freund in Tarifa habe und verhalten sich superkorrekt. Außer vielleicht der Local Asri, der immer mal wieder einen Spruch ablassen muß - obwohl er verheiratet ist...
 

>>Next Day