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LANZAROTE
- Die zweite Woche
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Dienstag, 24.9.2002:
Schon
eine Woche 'rum und immer noch kein Wind in Sicht!!! Gut, daß ich hauptsächlich
zum Malen da bin, sonst würde ich jetzt schon längst durchdrehen!!!
So aber stehe ich morgens ganz gemütlich auf und male so lange, bis mich
das Licht im Stich läßt. Danach sitze ich bei Vollmond lange auf
meiner Terrasse mitten in den Lavafeldern, lausche den Geräuschen der Nacht
und freue mich am Anblick des silbern glitzernden Ozeanes. Warum kann mein Zuhause
nur nicht am Meer liegen - es bedeutet mir einfach so viel!!!! Seine gewaltige
Unendlichkeit demonstriert einem die eigene Winzigkeit und stellt eventuelle
Probleme immer wieder in die richtige Relation.
Alle 2-3 Tage fahre ich die 25 Kilometer nach Arrecife, um neue Keilrahmen und
Leinwände zu holen, die Verkäuferin dort grinst schon immer breit,
wenn ich zur Tür reinkomme - einzige Gelegenheit, mal mein Spanisch anzubringen!
Sonst sehe ich fast niemanden die Woche - ich kann mich nicht erinnern, wann
ich zuletzt so lange ganz für mich allein war. Aber ich komme erstaunlich
gut damit zurecht und mit den Gemälden geht es prima voran. Um mich an
das neue Atelier zu gewöhnen, erstelle ich neue Versionen in anderen Relieftechniken
vom "Burning Dragon" und dem "Om Mani Padme Hum", dann neue
Bilder, wie "Lord of the Rings" und "Bismillah". Alles,
was mir an Farben und Symbolen in die Quere kommt, wird gnadenlos umgesetzt.
Bei den Guanchen, den Ureinwohnern Lanzarotes, werde ich trotz langer Recherchen
leider nicht richtig fündig, sie hatten wohl nicht so das Händchen
für Malerei.... ;-)
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"Mad
Dragon", 100 x 150 cm
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"Bismillah",
90 x 90 cm
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"Lord
of the Rings", 90 x 120 cm
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Naja,
irgendwann will ich aber wenigstens nachsehen, wo man in Jameos - nur im Fall
eines Falles - eigentlich auf's Wasser kommt und muß feststellen: egal,
welchen Sandweg zum Wasser runter ich auch immer probiere, ich lande nur zwischen
nadelspitzen Lavafelsen - na bravo!!!! Die vereinzelten angelnden Locals begutachten
mich auf meiner Suche etwas erstaunt - vielleicht gefällt ihnen mein Froschmobil
nicht????? Obwohl ich inzwischen festgestellt habe, daß es davon auf der
Insel ganz schöne viele gibt - wahrscheinlich versuchen die Lanzarotenos
damit wenigstens etwas Grün in die karge Landschaft zu bringen ;-)
Etwas entmutigt
fahre ich die 2 Kilometer wieder nach Hause, Jameos scheint wirklich nur etwas
für die abgebrühten Local-Cracks zu sein....
Sonntag,
29.9.2002:
Da
ich die ganze Woche ein bisserl wenig Ansprache hatte, gebe ich mir heute das
totale Kontrastprogramm: Sonntagsmarkt in Teguise!!!
Noch von unserem Besuch im April weiß ich in etwa, was mich erwartet:
ganze Busladungen von Touris aller Farben, Formen und Nationalitäten, alptraumhafter
Kitsch, Trubel und Gezeter!!! Egal, da muß ich durch!!! Und ich finde
diesmal auch erstaunlich nette Sachen...naja, Weiberkram halt!! ;-))
Also für Muschelgürtel, Pareos und Silberschmuck ist der Marktplatz
oberhalb der Kirche an der Plaza de los Leones
gar nicht mal so schlecht, außerdem haben alle hübschen kleinen Geschäfte
des Ortes geöffnet - für jeden (guten und schlechten) Geschmack gibt
es etwas zum Geld loswerden...
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Ein
wunderschöner Keramikladen, dessen
Wände und Böden aus Lava bestehen |
Die
Hauptkirche von Teguise
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Kitsch
as Kitsch can.....gruselig!!!
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Was man sich
unbedingt anschauen sollte, ist der verrückte Garten eines alten Bewohners
von Teguise direkt am Ortsausgang an der Straße nach Mozaga: ein Sammelsurium
von kaputtem Spielzeug, wilden grünen Statuen und verblichenen Kuscheltieren.
Und der alte, zahnlose Besitzer hockt im Schatten der Veranda und lauscht
seinem uralten, rauschenden Transistorradio - superwitzig!!!
Tom hatte wohl recht mit seinem Spruch, Lanzarote wäre das Irrenhaus
der Kanaren....
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Einbetonierter
kleiner Plastik-Gnom auf der Mauer des verrücktesten Gartens von
Teguise
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Spätestens
um zwei Uhr sammeln die Busse die ganzen Touris wieder ein und die Händler
treffen sich völlig ermattet in der Bar "La
Galleria" (gleich bei der Plaza de los Leones), um sich die Kante
zu geben. Dort treffe ich auch Petra, die schon seit Jahren
den wunderschönen Buchladen Leo Libris gleich
neben dem IKARUS führt und die eine Art
wandelnder Lanzarote-Führer ist - und so geht der Nachmittag schnell
'rum.
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