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LANZAROTE
- Die dritte Woche
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Dienstag,
1.10.2002:
Yuppiehhh,
ab heute ist Schluß mit Ruhe und Einsamkeit - meine beste Freundin Wessi
kommt mich für zwei Wochen besuchen!!! Und Murphy's Law sei Dank - verkriecht
sich der blaue Himmel hintel dicken Wolken und es wird regnerisch und naaaaaa.....??????
Jawoll - stürmisch!!!!! Endlich!!!! Passend dazu hat Wessi eine fette Grippe
mitgebracht, die sie erstmal im Bett auskurieren darf (Suuuuper Urlaub!!!),
während ich mein Surfgerödel packe, um in Arrieta
auf's Wasser zu gehen. Der Wind ist zwar noch etwas unkonstant und dreht ganz
gewaltig, aber besser als nichts!!! Die Bucht von Arrieta, südlich vom
Ort gelegen, ist etwas windabgedeckt und hat ziemlich viele Felsen in Lee, aber
zum Rausgehen gibt es einen ca. 100 m breiten Sandstrand, der normalerweise
auch von Wellenreitern bevölkert wird. Aber heute bin ich ganz alleine
und zwischen zwei Regenfronten endlich wieder meinen JP unter den Füßen.
Danach gehe ich nochmal auf die Suche nach dem Einstieg in Jameos
del Agua und diesmal werde ich fündig: schon von der Hauptstraße
aus sieht man die Busse der Jungs unten am Wasser stehen und dadurch finde ich
auch endlich den richtigen Sandweg (genaue Beschreibung in den Infos).
Nachdem ein paar Spanier (Gott, sind die alle klein ;-) !!!) meine Boards auf
dem Autodach gesehen haben, laden sie mich auf einen Kaffee in ihren Bus ein
und nachdem sie festgestellt haben, daß ich auch Spanisch kann, zeigen
sie mir den ca. 4 m breiten Channel und wo man in etwa halsen sollte, um nicht
sofort auf die Felsen gewaschen zu werden. Na prost Mahlzeit - ich und halsen
in der Welle!!!!! Ich bin ja schon froh, daß sie neuerdings am Lago klappt,
aber hier???? Aber immerhin supernett die Locals hier, manchmal ist es eben
doch von Vorteil, eine Surferin zu sein.....
Am nächsten Tag stehe ich auch pünktlich um drei Uhr wieder dort am
Strand (da ist beginnende Flut und der beste Wind), baue 5,5 qm auf, sattle
den 94 l JP Freestyle und robbe mich durch den Channel nach draußen in
die ca. 1,5 m hohen Wellen. Und was soll ich sagen - es funktioniert super!!!!
Zwar verbocke ich jede Halse und schlucke einen Haufen Wasser, aber ich komme,
unterstützt durch das aufmunternde Grinsen der Jungs um mich 'rum, ganz
gut klar. Nur einmal kann ich mich einfach nicht von einer Welle trennen, setze
einen Turn zuviel, verpatze die Halse.....scheiße, viel zu nah am Ufer....und
die nächste Welle setzt mich mitten auf die Lavafelsen! SHIT!!! Das Geräusch
von meinem aufschlagenden JP schmerzt mehr als mein aufschlagendes Knie!!! Vorsichtig
versuche ich, mich mitsamt meinem armen Zeugs wieder nach links ins tiefere
Wasser zu retten, aber jede Welle setzt mich nur weiter auf's Trockene. Inzwischen
ist einer der Jungs vom Ufer bis auf 5 Meter herangekommen, um mir zu helfen,
aber ich winke ab....irgendwie schaffe ich es tatsächlich alleine. Schnell
Segel ausrichten, Wasserstart und raus.....aber der JP hat ein Loch, der Gabelbaumbelag
sieht aus, als wäre er von einem wilden Tiger angefallen worden und wie
meine Füße und mein Knie ausschauen, will ich gar nicht wissen!!!!
Aber egal - no pain, no game - no guts, no glory - der Spaß draußen
ist einfach zu groß, die über mir fliegenden Wolken zu schön
und die grün glitzernden Wellen zu verlockend, um schon aufzuhören!
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Die
Killerfelsen warten auf Beute....
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Schnief!!!
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Das
bin leider nicht ich ;-(
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Mit
der steigenden Flut werden die Wellen größer und da ich noch mit
Wessi verabredet bin, versuche ich langsam, den Rückzug einzuleiten.....aber
wohin???? Bei den Wellen ist der Channel vom Wasser aus nicht mehr zu sehen!!!
Tja, dumm gelaufen....und auf dem Wasser jetzt einen von den Jungs anzuhalten,
um nach dem Weg zu fragen....hmm, bad idea!!!!! Also schalte ich nochmal mein
erschöpftes Hirn ein und überlege, daß die faulen Jungs sicher
so nah wie möglich am Einstieg parken, halte einfach auf die zwei dicksten
Busse zu, purzele tatsächlich mitten in den Channel und schaffe es gerade
noch - zwar mit letzter Kraft, aber trotzdem ungemein lässig - mein lädiertes
Material in Sicherheit zu bringen ;-))
Puuhhh, was für ein mega-genialer Tag!!!!!
Freitag, 4.10.2002:
Am Tag darauf hat Wessi Geburtstag und so darf
sie - nach alter Tradition - bestimmen, was gemacht wird (gottseidank macht
der Wind schon wieder Pause ;-) !!!). Und so kommen wir endlich zu einer größeren
Inselrundfahrt! Das Froschmobil (Wessi liebt es inzwischen auch
heiß und innig, obwohl sie wegen meinem Surfgerödel immer
auf die halbe Rückbank muß ;-) !!!) trägt uns also quer durch
das Weinanbaugebiet La Geria in den Süden
der Insel. Als erstes hauen wir uns an der wunderschönen, tiefschwarzen
Playa de Janubio für ein paar
Stündchen in die Sonne und ich habe endlich die Gelegenheit, mein schickes
Bodyboard auszuprobieren - aber der Sinn der Sache geht mir nicht ganz auf!!!!!
Außer Wasser schlucken und Spesen nichts gewesen und ich beschließe,
es baldmöglichst dem nächsten Nachbarskind zum Geschenk zu machen.
Danach besichtigen wir noch die beeindruckende Felsbrücke von Los
Hervideros, die grün schimmernde Lagune von El
Golfo, sowie die Galerie einer vor Jahrzehnten ausgewanderten Deutschen
in dem hübschen Ort Yaiza.
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Los
Hervideros
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El
Golfo
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Geburtstagsfeier
im IKARUS
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Abends essen wir zur Feier des Tages im IKARUS
(mniam, die heißkalte Tomaten-Avocadosuppe ist einfach ein Gedicht!!!)
und feiern gegen später im La Galleria aus Wessi's Geburtstag raus und
gleich in Tom's Geburtstag rein (wie praktisch!!!), so daß man sich
ja vorstellen kann, in was für einem alkoholisierten Desaster alles endet....no
comment!!!! ~:-/
Danach haben wir nur einen Tag Zeit, um uns wieder in vorzeigefähigen
Zustand zu bringen, damit wir meinen Vater am Sonntag vormittag am Flughafen
abholen können. Der Empfang wird etwas chaotisch, weil Wessi es schafft,
den Schlüssel im Türschloß des Froschmobils abzubrechen und
danach kurvt uns der nette Holger vom Autoverleih wie wild durch Costa Teguise,
um die Verleihstation für die Vespa meines Vaters zu finden, nur um festzustellen,
daß sie schon geschlossen hat.....naja, wir sind ja im Urlaub - da muß
man nicht immer so blöd perfekt deutsch organisiert sein.....
;-))