Kiten in the middle of nowhere - Ras Sudr

Daß ich diesen Spot im September 2004 kennengelernt habe, verdanke ich Rosi vom Kitemagazin: sie schickte mich in die Wüste - allerdings wohl wissend, daß dort zwei Wochen lang über vierzig Kiteshopbesitzer aus ganz Europa vor Ort sein würden.

Und ich gebe zu, ich hatte eine Menge Spaß!!!!  :-)
Vor allem deshalb, weil ich nach tagelangem "am-Strand-Höhe-laufen" zum Schluß endlich das Höhe halten beim Kiten lernte. Ein hilfreicher Durchbruch - bis dahin wurde ich täglich mindestens einmal vom Boot eingesammelt.

Dafür ein dicker Dank an Rosi und Emmanuele, meinen netten italienischen Coach!!!



Der Spot


Wasser, Wasser, Wasser - soweit das Auge reicht!!!!! Ein Traum für jeden Wassersportler, wobei die Kiter hier generell ein bißchen stärker vertreten sind.

Mit mir war allerdings noch eine große Gruppe speed-fanatischer englischer Windsurfer um die Vierzig bis Fünfzig da, die täglich ihre höchst professionell organisierten Regatten abhielten....  >>

Der Wasserstand der Lagune vor der Station ist gezeitenabhängig, wird allerdings bei Ebbe nie so niedrig (ganz trocken) wie in El Gouna, zum Windsurfen muß man aber dann schon noch ein Stückerl rauslaufen. Bei Flut kann man dann nicht mehr stehen, wobei ich auch bei Vollmond da war, da ist das Wasser noch mal ein gutes Stück höher.

In Lee (meist links) der Station starten die Windsurfer, in Luv (meist rechts) die Kiter - die Kiteanfänger laufen erstmal brav Höhe am Strand hoch, damit sie den Windsurfern möglichst nicht in die Quere kommen.

Im September bin ich (die Frostbeule!!!) nur mit Shorts und Lycra wie in El Gouna gefahren, ab Oktober wird man einen Shorty brauchen, ab Dezember bis März kann es dann auch gern ein 4/3er Steamer sein und dann wieder Shorty bis Mai/Juni.


Ab Mitte September fängt in Ägypten die Schule wieder an und dann hat man den Spot fast für sich alleine. Auch für den Wind ist der Herbst perfekt, ich hatte zu Anfang der zwei Wochen ein paar Tage mit lockeren 6 - 7 Bft, dann wurde es perfekt zum Kiten mit 3 - 4 Bft und am Schluß gab der Wind nochmal Gas ähnlich wie am Anfang. Also wohl dem, der beides kann!!!!  ;-)

<< Links der Blick auf Stationshöhe bei Ebbe nach Lee, rechts >> der Blick bei Flut nach Luv, der Wind pfeift meist sideshore von rechts vom Suezkanal her.

Welle gibt es - wie meistens in Ägypten - nicht wirklich, ab 6 Bft hat es aber wenigstens ganz nette kleine Rampen zum Springen.

Und so sieht das Ganze dann von oben aus - traumhaft, oder???? Ganz rechts an der Bildkante das Ramada Resort und der türkisene Streifen davor ist der Stehbereich.....aber das ist ja noch lange nicht alles!!!!

In Luv davon befindet sich die wohl unglaublichste Badewanne Ägyptens. Sogar mit zwei kleinen Jacuzzis!!!! Also wohl dem, der gut Höhelaufen kann, entweder zu Wasser, oder zu Fuß. Angeblich reichen nur ein paar lange Schläge, um zum Channel...
...hochzukreuzen. Zu Fuß ist es aber schon ein ziemliches Stück und eine arge Schlepperei. Die Lagune ist allerdings nur bei Flut befahrbar, bei Ebbe sind nur die dunkelblauen Channels voller Wasser, das reicht wohl nicht ganz zum Spaß haben.

Der Vorteil ist aber ganz sicher, daß nur wenige Kiter sich die Mühe des Hochkreuzens machen (oder es einfach nicht können) und man demnach die Badewanne fast für sich alleine hat.
Have fun!!!!!   :-))



Die Mistral-Surf-und-Kite-Station


Jetzt kommt mal ein GROSSES Kompliment: diese Mistral-Station ist mit Abstand die gemütlichste, schönste und am besten geführteste, die ich je gesehen habe!!!!!!!! Schaut doch mal unten rechts, wie die Boards und Segel schön nach Farben sortiert in Reih und Glied stehen, darunter Fleckerlteppiche, die jeden Abend brav ausgeschüttelt werden.  ;-)  Kein Wunder, daß ich mich hier vom ersten Tag an wohlgefühlt habe!!! Und dazu noch eine kuschlige Sitzecke gegenüber der Rezeption, von der aus man gemütlich das Treiben auf dem Wasser beobachten und dabei eine eiskalt servierte Cola zischen kann.
Natürlich hat es einen schönen Umkleideraum mit Fächern und eine Dusche, zu den Toiletten muß man allerdings zum Zimmer laufen - es empfiehlt sich also, schon bei der Buchung um einen Bungalow bei der Station zu bitten.


Die Station ist ausgerüstet mit (wie sollte es anders sein) Mistral-Surfboards in großer Auswahl und North-Segeln. Auch die Kite-boards, sowie die Kites sind von North. Mehr Info unter
www.myskyriders.com

Zwei nette ägyptische Helfer tragen einem das Material an den Strand, wo es auch nochmal einen schattigen Unterstand für die mittägliche Ruhepause der Segel gibt.


So viele schöne Menschen auf einmal!!!! Die beiden dunklen sind Flurina und Anthony aus der Schweiz und die beiden blonden sind Mathieu und Sandra, die Stationsleiter.
Die Rezeption, an der man immer nett empfangen wird und wo man vor allem per Telefon sein Mittagessen vorbestellen und dann in der gemütlichen Couchecke verzehren kann.
So muß ein Surflehrer aussehen: Hannes aus Österreich (im Winter Snowboardlehrer - welch ein Klischee) mit seiner nettesten und hübschesten Schülerin Rita aus Kairo.

Der Herr oben auf dem Fototurm ist -
an der dicken Kamera vor dem Bauch unschwer zu erkennen - der Herr Kloos vom Kitemagazin in geheimer Mission. Sein Opfer steht rechts noch nichtsahnend im Wasser............
(Überall ist Herr Kloos - links im Bild versteckt hinter konspirativer Sonnenbrille - inkognito dabei und sperrt seine Lauscherchen auf, um dann unschuldige Wesen wie mich im nächsten Heft
unter falscher Berufsangabe zu zitieren. Pfui!!!)
..........und soll aber gleich ein paar fette unhooked Moves herauslassen: Senor Jaime Herraiz höchstpersönlich! Beim Anblick seines fulminanten Könnens erstarrte immer der halbe Strand vor Ehrfurcht.



Fauna & Flora

Die gute Nachricht zur Fauna: ich habe in den zwei Wochen keinen einzigen Hai gesehen!!! Die schlechte: es gibt anscheinend schon ein paar kleinere im Roten Meer - und jeder Taucher wird das bestätigen. Aber ich würde jetzt mal behaupten, sie würden NIE nach Ras Sudr kommen, es hat dort schließlich keine nennenswerten Korallenriffe mit Frischfutter.
Die Flora erschöpft sich in dem, was die Hotels anlegen und bewässern, denn regnen tut es dort vielleicht alle zwei Jahre mal für fünf Minuten. Kann uns ja nur recht sein......


Dieses Monster sieht bedrohlicher aus, als es ist: dies ist einfach nur ein Seeigel, mit dem Tele auf dem Bauch liegend aufgenommen.
Wäre ich jetzt ein Ornithologe, könnte
ich mit Bestimmtheit sagen, daß dies
ein arabischer Grünbauchfink ist
(lat: fincus bellum verdum arabicum)
Was das ist, erratet ihr NIE!!! Perfekt mit Blume und Löchern zum um den Hals hängen: das Kalk-Skelett eines Seesterns.


Tja, und sonst???? Ach ja, das Hotel.......  >>>hier<<<  gibt es ganz viele Fotos davon!!!!!

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